
In Hamburg – wie dieses Jahr auch in Bremen und Niedersachen, dort jedoch bereits eine Woche früher – schleicht sich der Schulbeginn im Sommer förmlich immer wieder in unser aller Leben; in den meisten Bundesländern startet die Schule nach den Sommerferien an einem Montag. Wir begannen letzten Donnerstag. Die Badehose ist noch nicht wieder trocken, da heißt es: „Lernfeld 1, Leute, auf geht’s: das eigene Ausbildungsunternehmen präsentieren!„
Wobei man in einer beruflichen Schule wie unserer schönen BS05 als Lehrerin oder Lehrer nicht den Fehler machen darf zu glauben, alle kämen gerade frisch aus den Ferien zurück. Die Absprachen mit den Ausbildungsbetrieben – wenn wir gedanklich kurz in der dualen Ausbildung verbleiben – sind individuell höchst unterschiedlich, der Jahresurlaub deckt sich immer nur zum Teil mit den Schulferien.
Uns als Lehrerteam und als Schulleitung ist wichtig, dass wir und ihr und Sie alle die anstehenden Aufgaben von Tag 1 an ernst nehmen, „Gas geben„, wie man so sagt, wie lange und wie schön auch immer der Sommerurlaub gewesen sein mag. Natürlich könnte man nochmal ins Freibad gehen (immerhin, wir hatten in Hamburg auch schon andere Sommer), das kann man aber auch am späten Nachmittag noch. Natürlich ist es mal warm im Klassenraum, natürlich muss man sich mal unten am Kiosk einen zweiten Liter Wasser kaufen, natürlich überlegt man morgens, ob das T-Shirt (ohne Jacke) für den Tag wohl warm genug sein wird, aber „irgendwas ist immer„, um eine weitere, ebenfalls etwas abgedroschene Redensart zu bemühen.
Unterricht gelingt immer dann besonders gut, wenn alle wirklich involviert und – hier ist ein Terminus aus der Wirtschaftslehre angebracht – investiert sind. Wenn man die Lehrerin fragen kann und auch wirklich fragt: „Warum machen wir das jetzt so?“ Wenn man als Lehrer Option A und auch Option B (und vielleicht noch Option C) anbietet, Freiräume schafft, unterstützt, attraktive Probleme in den Raum stellt, da ist.
Die amerikanischen Psychologen Edward Deci und Richard Ryan formulierten, oder besser: fanden in den 1980er Jahren drei Faktoren, die zu einer hohen intrinsischen Motivation führt, die wir ja alle wollen und die wir immer wieder anstreben und auch einfordern sollten:
- Autonomie – das Gefühl, selbstbestimmt zu handeln
- Kompetenz – das Gefühl, etwas zu können und Fortschritte zu machen
- Soziale Eingebundenheit – das Gefühl, mit anderen zusammen etwas zu schaffen
In diesem Sinne:
Ihnen, euch und uns allen einen guten Start ins neue Schuljahr – und wenn was ist: immer reden, immer Bescheid sagen!
gw


